Ev. St. Nicolai - Lüneburg

Die 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts war in Lüneburg die große Zeit der Kirchenbauten, denn vier große Kirchen wuchsen gleichzeitig empor. Allein die zahlenmäßige Dimension - vier gleichzeitige Großbaustellen mit Hunderten von Handwerkern in einer Stadt mit weniger als zehntausend Einwohnern - läßt noch etwas von den unerhörten, auch wirtschaftlichen, Anstrengungen erahnen, die man in religiösem Idealismus auf sich nahm. Alle diese Bautem sind Backsteinhallenkirchen ohne Querhaus. Mit Recht wird daher diese Gruppe von Backsteinhallenkirchen in der Literatur als "Lüneburger Gruppe" bezeichnet. Mit dem Bau der Basilika St. Nicolai wurde nur wenige Jahre nach Fertigstellung der vier Hallenkirchen begonnen. Vorbilder waren wohl die 80 bzw. 150 Jahre ältere Basilika St. Marien in Lübeck oder St. Nicolai in Wismar, die ihrerseits die hochgotischen Kathedralen Frankreichs zum Vorbild hatten. St. Nicolai entstand als Gemeindekirche des jüngsten Lüneburger Stadtquartiers, der sogenannten Neustadt. In der Neustadt lebten vorwiegend die Flußschiffer und die von der Handelsschiffahrt lebenden Handwerker, weshalb St. Nicolai noch heute die "Schifferkirche" genannt wird. St. Nicolai ist eine dreischiffige Backstein-Basilika mit Seitenkapellen und Emporen über diesen, die fast die Höhe der Seitenschiffe erreichen.

PLZ: D-21335